Farbbogen

Fasching / Fastnacht / Karneval 2020: Hintergrundinformationen für Erzieherinnen und Erzieher




Zeit sich zu verkleiden, geschminkt zu werden, viel Spaß zu haben und einmal jemand zu sein,
der man sonst nicht ist.
Ob Superheld oder Fußballstar, Prinzessin oder Sängerin, ob Tier oder Mensch:

Fasching zaubert Kindern ein Lächeln aufs Gesicht!





Inhaltsverzeichnis:

 

Was versteht man eigentlich unter Fasching?

Unter Fasching oder Karneval versteht man das Fest und die Traditionen, die Menschen direkt vor der Fastenzeit und sieben Wochen vor Ostern feiern.

In welchem Zeitraum findet Fasching statt?

Fasching hat keinen festen Termin. Das Fest richtet sich immer nach dem Zeitpunkt von Ostern und dem Vollmond im Frühjahr. Die lustige Feierei beginnt jährlich an Weiberfastnacht, einem Donnerstag und endet am Mittwoch darauf, dem Aschermittwoch.

Aus welchem Grund feiern wir Fasching?

Es ist nicht eindeutig zu sagen auf welchen Ursprung das Fest genau zurückgeht. Allerdings kann man drei Wurzeln nennen, die an der Entstehung der sogenannten "fünften Jahreszeit" beteiligt waren:

1. Religiöser Hintergrund:

Im 12. Jahrhundert hat sich der Papst wohl etwas über den Glauben im Volk geärgert, also hat er eine Fastenzeit von Aschermittwoch bis Karsamstag eingeführt, in der die Menschen sich wieder mehr auf Gott ausrichten sollten. Man sollte weniger essen, auf Fleisch verzichten und keinen Alkohol trinken, aber dafür mehr beten. „Carne vale“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Fleisch, lebe wohl“. Vor dieser Fastenzeit haben die Menschen also nochmal richtig gefeiert und das Leben genossen – woraus unsere heutige Faschingszeit entstand.

2. Hintergrund der Büttenreden:

Früher gab es einen Festtag in Rom, an welchem die Sklaven den Herren „gleichgestellt“ waren. Unsere heutigen Büttenreden gehen auf diesen Tag zurück. Auch heute „erhebt“ sich das Volk und hält Reden, in denen über Politiker gewitzelt wird, ohne dass das Konsequenzen hat.

3. Germanischer Hintergrund:

Um den Winter zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen, feierten die Germanen ein wildes Fest. Sie setzten sich gruselige Masken auf, tanzten auf der Straße und machten ordentlich Lärm, damit die Wintergeister sich auch wirklich aus dem Staub machten. Heute feiern wir zum Glück größtenteils mit eher lustigen Masken und witzigen Kostüme.

Traditionelle Faschingstätigkeiten

Typisch für Karneval ist, dass sich die Menschen bunte Kostüme überziehen, damit durch die Straßen laufen und Feste feiern. Es gibt lebensfrohe Karnevalsumzüge mit verschiedenen Gruppierungen und Umzugswägen. Hauptsache es macht Spaß!

Warum Fasching für Kinder so besonders ist:

Fasching-2020_Erzieherinnen-und-Erzieher_Hintergrundinformationen

Es ist bunt, es ist schrill, es bringt Abwechslung und Farbe ins Leben.
Dieses Fest ist wichtig für Kinder. Sie können endlich einmal jemand sein, der sie eigentlich nicht sind.
Endlich einmal zeigen, wer sie gerne sein möchten und so in eine andere Rolle schlüpfen.
Das tun sie ja ohnehin schon in ihren kreativen Phasen und ihren kleinen Theaterstücken im Alltag.
Wenn die Kleinen zum Beispiel ihre Familiensituation, das Verhalten ihrer Haustiere oder ihre Lieblingsserie nachspielen,
braucht es gar keine Kostüme, da reichen auch Gegenstände, die gerade greifbar sind.
Aber an Fasching ist alles anders, hier sind die Kostüme wichtig und die Art der eingenommenen Rolle verändert sich:
Stark wie Superman, schön wie eine Prinzessin, witzig wie ein Clown, erfolgreich wie ein Fußballstar, wild wie eine Löwin, zielsicher wie ein Cowboy
– Hauptsache Bewunderung ernten und bestaunt werden.
Das macht natürlich Spaß und zeigt Wertschätzung!

Erwachsene verkleiden sich gerne auch mal höhnisch oder sarkastisch,
aber wenn sich Kinder eine Verkleidung aussuchen, dann weil sie darin ein Idol oder einen Helden erkennen, zu dem sie aufschauen.


Vier Herausforderungen, die Ihnen und den Kindern an Fasching begegnen können:

  • Verkleidungen können auf sensible Kinder verletzend wirken. Sucht sich ein Kind aus der Gruppe beispielsweise einen Beruf als Kostümierung aus, der bei einem anderen Kind zu Hause für Probleme sorgt - so könnte das Kind hierdurch verletzt werden.
  • Das Indianer-Kostüm steht seit Jahren in der Debatte wegen eventueller Diskriminierung von Minderheiten.
  • Es könnte sein, dass Kinder, die mit ihren Kostümen nicht so viel Bewunderung erhalten, sich den anderen Kindern unterlegen fühlen oder auch gehänselt werden.
  • In Familien, die sich keine "angesagte" Kostümierung leisten können, kann Fasching für die Kinder zu einem Problem werden.

Acht Aktionen, die für eine gelungene Faschingsparty im Kindergarten wichtig sind:

Fasching-2020-Hintergrundinformationen-Erzieherinnen-und-Erzieher_2

  • Die Eltern frühzeitig über die Feier informieren
  • Mottopartys: Fasching der Tiere, Superhelden, Künstlerfasching, Lieblingsserien, Farben, Kontinente, Berufe, Mittelalter, usw.
  • Modenschau mit Kostümen
  • Faschingslieder singen: Die Affen rasen durch den Wald, Cowboy und Indianer, Da hat das rote Pferd, Karneval der Tiere, usw.
  • Bunte Faschingsdekoration
  • Kinderschmink-Station
  • Faschingsspiele: Zeitungstanz, Knabber-Brezeln an Strohhalmen aufhängen und über die Strohhalme im Mund von Kind zu Kind weitergeben, Luftballontanz, Reise nach Jerusalem,...
  • Fotos zur Erinnerung machen

Vier Dinge, die Sie bei Ihrer Faschingsparty im Kindergarten vermeiden sollten:

  • Die Eltern zu spät und zu knapp informieren
  • Die Kostüme der Kinder in gut und schlecht einteilen und somit zu bewerten
  • Schminke verwenden, die schwer von der Haut ab geht
  • Unvorbereitet und gestresst in die Faschingstage mit den Kindern gehen

Zehn Kostüme, die Kinder an Fasching am liebsten tragen:

Fasching-2020_Hintergrundinformationen-Erzieherinnen-und-Erzieher_3

1. Indianer                                                                               6. Rotkäppchen                               
2. Pippi Langstrumpf 7. Pirat
3. Ninja 8. Superheld
4. Wikinger 9. Prinzessin
5. Cowboy/Cowgirl 10. Hund

 


 

Kindermeinungen zu Fasching:

- Interview mit Nathanael (6 Jahre), Joel (5 Jahre), Benjamin (3 Jahre) - 


Was ist Fasching?
Nathanael: Ein Fest, an dem man sich trifft und redet und feiern kann.
Benjamin: Mein Papa hat das gemacht.

Findest du Fasching gut?
Benjamin: Ja, weil mein Papa sich da verkleidet.

Was macht an Fasching besonders viel Spaß?
Nathanael: Auf jeden Fall das Feiern, in dem man einfach fröhlich ist. Und sonst eigentlich auch alles. Weil es eben so ein fröhliches Fest ist und weil man da auch essen kann. Zum Beispiel Chips.
Benjamin: Verkleidung gibt es nicht so oft, deswegen ist das toll. Mein Papa hat sich mal verkleidet mit einer echten Verkleidung. Sogar die Hose. Und dann habe ich gelacht. Weil er mit der ganzen Verkleidung voll witzig war. Verkleidung ist lustig. Also lache ich.
Joel: Dass ich mich da verkleiden kann.

Was ist dein Lieblingskostüm?
Benjamin: Meine Lieblingsfarbe ist rot und auch gelb und deswegen verkleidet man sich immer rot und gelb. Also rot. Und ein Hund.
Joel: Spiderman will ich!
Nathanael: Cowboy und Pirat und ein bisschen Fußballer. Aber Cowboy und Pirat am liebsten, weil die so wild sind.

Findest du irgendetwas an Fasching blöd? Wenn ja, was?
Nathanael: Naja, Verkleiden macht mir eben nur manchmal Spaß. Kommt immer drauf an, als was ich mich verkleide. Und es ist blöd, wenn es kein lustiges Fest ist. Fasching gehört immer lustig. Außerdem will ich keinen Fasching, wenn es kein Party-Essen gibt.
Benjamin: Wenn da unser Hund stirbt. Das ist nicht lustig.
Joel: Ich darf mit einem angemalten Gesicht nicht Fange spielen.

Was willst du an Fasching im Kindergarten /in der Schule am liebsten machen?
Joel: Alle müssen als Drache im Gesicht angemalt werden.
Nathanael: Ein Interview. Wenn sich die Erzieher/innen interviewen. Das wäre schön. Wenn die sich gegenseitig Fragen stellen über Fasching und über die Kindergartenzeit. Weil ich hören will, was die Erzieher/innen so sagen, was die cool finden und was nicht so. Ooooder wenn es einen Raum geben würde ohne Erdanziehungskraft. Das wäre lustig. Dann ist man Cowboy in der Luft.
Benjamin: Ein Raum mit Tischen wo man spielen kann. Mit vielen riesengroßen Spielen, aber ohne kleine Spiele. Und eine Laterne machen.



Fazit:

Solange die Faschingszeit Spaß macht und Faschingsparties im Kindergarten lustig sind, sind auch unsere Kinder begeistert.
Rollenspiele und Verkleidungen stärken die Kreativität und die Fantasie der Kleinen. Hierdurch können sie zeigen, wer sie gerne sein möchten und zu wem sie aufblicken.
Nicht vergessen: Bei der Planung die Eltern frühzeitig miteinbeziehen.

Wie sieht Ihre Faschingszeit im Kindergarten, in der Kita oder der Krippe aus? Haben Sie noch andere Vorschläge und Tipps, die Sie mit uns teilen möchten?





Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.